Waldbaden

Natur tut gut

Menschen brauchen den Wald! Dies ist heute aktueller denn je, der Wald ist als „Grüne Lunge“ für das Über- leben dieses Planeten von nicht zu unterschätzender Bedeutung. In Deutschland, dem Land mit der größten Waldfläche in Europa, hat der Wald in ökologischer und kultureller Hinsicht eine herausragende Bedeutung.

© Andreas Schütte

Wald wird heute als „Lebensspender“, als „Ort der Kraft und der Heilung“, wieder neu und in neuer Weise entdeckt: als „Erlebnisraum“ und „Erholungsraum“ für den modernen Menschen, dessen Lebensstile von Überschleunigung, Überstressung, Bewegungsarmut und sensorischer Verarmung sowie ein bedrohliches Maß an Entfremdung gekennzeichnet sind. Der Mensch ist ein „multisensorisches Wesen“ (mit allen Sinnen spürend). Fehlen ihm dauerhaft die Möglichkeiten dazu, wird seine Gesundheit beeinträchtigt und es können sich Störungen und Krankheiten einstellen. Der Wald bietet hier ein großes heilendes und gesundheitsförderndes Potential durch ideale Möglichkeiten der Beruhigung und der Stimulierung aller Sinne, denn Menschen brauchen beides: Anregung und Entspannung. Der Wald stellt beides in optimaler Weise bereit.

 

Der Wald: Apotheke, grüne Lunge und Klimaanlage

Seit Jahrtausenden liefert der Wald dem Menschen Blüten, Früchte, Blätter, Rinde, Holz und Wurzeln als Heilmittel. In den Wäldern ist die Luft so staubarm, wie sonst nur am Meer oder in großen Höhen. Durch die ätherischen Stoffe, die die Pflanzen des Waldes abgeben, duftet die Waldluft erfrischend und ist heilsam für die Atemwege.

Im Wald herrscht ein ausgeglichenes Klima. Die Baumkronen dämpfen allzu intensive Sonneneinstrahlung. Die Verdunstung der Blätter schafft im Sommer zudem ein angenehmes, kühles Waldklima. Vogelstimmen, Insektensummen und das Rauschen der Blätter stehen in erholsamen Gegensatz zum Lärmstreß von Verkehr und Arbeitsalltag. Diese positiven Wirkungen der natürlichen Umwelt im Allgemeinen und von Wäldern im Speziellen auf Gesundheit und Wohlbefinden von kontinuierlichen Waldbesuchern, aber auch in der Nähe von ihnen Residierenden konnten inzwischen in einer Vielzahl wissenschaftlich fundierter Studien und Berichte nachgewiesen werden: Stress und Belastung werden reduziert, sportliche Aktivitäten angeregt, die Atmung verbessert, Angstzustände und Depressionen gemildert und Heilungsprozesse beschleunigt.

© Andreas Schütte

Aus diesem Grund ist es naheliegend, diese positivem Wirkungen von Wäldern auch in schulmedizinische Behandlungspläne wie z.B. für Rehabilitationsaufenthalte in Kurorten zu integrieren und für die Patienten nutzbar zu machen.

Da jedoch Waldflächen für gesundheitlich eingeschränkte Menschen bzw. von schweren Krankheiten/Operationen Genesenden aufgrund der räumlichen Distanz und der Wegbeschaffenheit oftmals nur schwierig bzw. gar nicht zugänglich sind und intensiv bewirtschaftete Forsten der Erholungsfunktion möglicherweise weniger hohen Stellenwert einräumen können (Maschineneinsatz, Rückegassen etc.), kam dem Projektteam die Idee auf, speziell dafür geeignete gelegene Waldflächen als eigens auf die gesundheitstouristische Nutzung zugeschnittene Kur- und Heilwälder auszuweisen und dieses mit einem Kompetenzzentrum Waldgesundheit und Waldmedizin zu verknüpfen.

Das Waldbaden ist gesundheitsfördernd

Abhängig vom Waldtyp (Laub-, Misch- oder Nadelwald) bildet der Wald sein spezifisches Waldklima aus. 
Das Waldklima zeichnet sich durch folgende gesundheitsfördernde Elemente aus:

  • Eine reine Luft sowie Reduktion von Luftschadstoffen führen zur Entlastung von Atemwegen und Haut sowie zu einer systemischen Wirkungen (u. a. auf Herz- und Gefäße)
  • hohe Luftfeuchtigkeit entlastet die Atemwege
    niedrige Lufttemperaturen steigern die körperliche Leistungsfähigkeit und härten ab 

  • spezielle Lichtverhältnisse führen zur Verbesserung von Stimmung und vermitteln Geborgenheit 

  • Pflanzen, Bäume, Holz, Waldboden, Erde tun ebenfalls der Psyche gut
  • Ästhetik des Waldes verbessert die Psyche

Somit kann die Waldtherapie optimal für die Primär- oder Sekundärprävention eingesetzt werden.

© Peter Neske

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