Waldtherapie

Waldmedizin – was verstehen wir darunter?

Kur-und Heilwälder sollen die oben aufgezeigten positiven Wirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden durch ihre herausragende Ästhetik und die sehr behutsame forstwirtschaftliche Nutzung und Pflege maximieren und gleichzeitig durch ihre Infrastruktur (Wege, Bänke, Toiletten…) für Kranke und Genesende, aber natürlich auch für Prävention Betreibende besonders leicht zugänglich sein, so dass ihre positiven Wirkungen Menschen zuteilwerden, die bislang aus den genannten Gründen davon nicht profitieren konnten.

Die Kur- und Heilwälder stellen nach diesem Konzept ein Novum dar und können als Produktinnovation im Gesundheitstourismus gesehen werden, das in der Lage ist, durch ihren Status als Alleinstellungsmerkmal und das durch sie verbesserte Angebot für die betreffenden touristischen Destinationen einen nachhaltigen Mehrwert zu generieren.

Es gibt im deutschsprachigen Raum noch keine einheitliche Definition von Waldmedizin oder Waldtherapie. Die Einen verstehen darunter Psycho Therapie im Wald, die anderen nutzen den Wald als Bewegungs-und Entspannungsraum mit positiven Effekten und physiotherapeutischen Maßnahmen. Nach umfangreichen Recherchen ist ein wichtiger Bestandteil der Waldmedizin und Waldtherapie das „Waldbaden“; und auch unser Ansatz orientiert sich zum großen Teil an dem japanischen“shinrin yoku“.

© Peter Neske

 

Das Waldbaden (jap. Shinrin-yoku) weist in Japan und Südkorea auf eine lange Tradition zurück. Während eines Aufenthaltes im Wald soll der Mensch mit all seinen Sinnen angesprochen werden:

  • ❖  Die Augen empfangen unterschiedliche Lichtverhältnisse, zumeist Dämmerlicht
  • ❖  der Geruchssinn nimmt neue Eindrücke wahr, wie z. B. den Geruch von Holz und Erde
  • ❖  man hört seltene, ungewohnte Geräusche wie Vogelstimmen, das Rascheln der Blätter oder das Plätschern eines Baches
  • ❖  mit den taktilen Sensoren der Hände / Füße können neue Materialien erspürt werden (Blätter, Rinde, Wurzeln etc.)
  • ❖  der Geschmackssinn wird z. B. durch das Probieren von Beeren oder Waldkräutern angesprochen
    Habt Ehrfurcht vor dem Baum! Er ist ein einziges Wunder, und euren Vorfahren war er heilig. Die Feindschaft gegen den Baum ist ein Zeichen der Minderwertigkeit eines Volkes und von niedriger Gesinnung des Einzelnen.[Alexander von Humboldt, 1769-1859]
  • © Andreas Schütte

Kommentare sind geschlossen.